Kommentar: Politik ist immer das, was es mal war

Kommentar: Durch die Blume gesagt

PB webHmm - und wenn ich so anfange, kommt eine Meinung: Es rummst ja nicht erst seit gestern im Karton. Wer alte Tagesschauen von vor 20 Jahren sieht, weiß, dass es immer wieder die gleichen Themen sind, die da bemüht werden. Innere Sicherheit, Bildung, Gerechtigkeit bei Arbeitnehmern oder Steuerpolitik. Mal werden die Schlagworte von der einen Farbe, mal von der anderen Farbe ins Spiel gebracht. Letztlich geändert hat es nicht viel.

Das alles hat dazu geführt, dass sich Rechtspopulisten aufgemacht haben, um endlich mal ihre Stammtischparolen unters Volk zu bringen. Das fällt umso leichter, je unzufriedener das so genannte Volk im Allgemeinen ist. Und da geben sich die etablierten Parteien leider alle nichts.

Dazu kommt, dass die Politiker von heute noch austauschbarer sind als damalige "Persönlichkeiten", die jedoch nur in der verklärten Historie unumstritten sind. Ein Strauß, Kohl, Brandt - alle hatten ihre Probleme, hatten ihre Skandale oder fielen einfach irgendwann durch Politikmüdigkeit auf und wurden abgewählt. Erst danach wurden sie oft als tolle Vorbilder gefeiert. Das ist nun nicht anders.

Früher war es Bürgerpflicht zur Wahl zu gehen, es gehörte sich so. Heute ist es leichter, auf dem Sofa zu bleiben und im Netz zu verkünden, wie doof doch alle sind. Ganz klar gibt es eine Schieflage in der Gesellschaft, das ist jedoch nicht allein den Flüchtlingen anzulasten. Vorher hatte man als Ausrede die "Hartz-IV-Faulen-Säcke" (Achtung: ironisch gemeint).

Wo immer sich etwas auftut, was sich gut als Sündenbock und medial erfolgreich nutzen lässt, kommen die entsprechenden Schlagworte und Profilneurosen-Politiker ums Eck, die immer schon alles besser wussten.

Nun ist die GroKo nicht neu und was mich ärgert, ist, dass sich die gleichen Leute nun hinstellen und Themen als oberwichtig deklarieren, die sie schon Jahre zuvor regierungstechnisch mit allen Befugnissen hätten bearbeiten können.

Da frage ich mich eben: "Was haben die in all den Jahren denn gemacht?" Nur Ausschüsse einberufen und auf die nächste Wahl gewartet? Das ist nämlich der Eindruck, der beim Bürger geblieben ist und was zum Unverständnis führt.

Dabei wird durchaus kommunal tolle Arbeit geleistet, was bleibt, ist nur das Gesicht eines immer wieder auftauchenden, missgelaunten Stegners, der nun neidisch auf den Erfolg von Habeck zu sein scheint, ein Schulz, dem keiner Vertrauen schenkt, ein Seehofer, der am Stuhl klebt und wahrscheinlich manchmal selbst nicht mehr weiß, was er gerade noch gesagt hat, ein paar Newcomer, die sich schon mal in Stellung bringen, in dem sie oft genug vor eine Kamera hüpfen und so auf sich aufmerksam machen und eine Merkel, die nur abwarten muss, was passiert.

Letztlich bringt uns das aber alle keinen Meter voran. Was bleibt ist die Empörung über monatelange Sondierungsgespräche und über Profilierungsversuche.

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